25 Jahre Herzsport

am 03.01.2015
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TSV-Herzsportgruppe feierte ihr 25-jähriges Bestehen
Erkenntnis: Bewegung trägt zur Heilung und Vorbeugung bei

Es bedurfte schon einen längeren Atem, bis es endlich soweit war, dass eine Herzsportgruppe durch Empfehlung des Herzspezialisten Dr. Klaus Landendinger ins Leben gerufen werden konnte. Finanzielle, personelle und organisatorische Gründe waren ausschlaggebend dafür. Es musste ja von Beginn an ein Defibrilator und ein Notarztkoffer zur Verfügung stehen. Die Kosten beliefen sich auf ca. 12.000 DM. Durch ansehnliche Spenden konnte dieses Hindernis dann behoben werden.

Dank Ausdauer der Initiatoren, Dr. Klaus Landendinger und TSV-Vorstand Hans Meisburger, konnte eine kleine Gruppe am 17. November 1988 ihren ersten Übungsabend aufnehmen. Dr. Klaus Landendinger, Dr. Werner Kindler und Dr. Wolfgang Stieß übernahmen die ärztlich Betreuung. „Ziel der Koronar-Gruppe war es nicht, den Herzkranken Patienten zu neuen Höchstleistungen zu trainieren oder den Leistungsgedanken neu zu beleben, sondern ihm zu zeigen, welche körperlichen Möglichkeiten er besitzt, ihm unnötige Ängste zu nehmen und ihm die Freude am gemeinsamen Sport zu vermitteln“.

Abteilungsleiter Dr. Wolfgang Stieß begrüßte die zahlreich erschienenen Herzsportler und Ehrengäste. Er bedankte sich bei den Herzsportlern für ihre rege Teilnahme an den Übungsabenden. Den betreuenden Ärzten Dr. K. Landendinger, Dr. Mittermeier und Dr. Michael Hangen sowie den Übungsleitern Lorenz Priglmeier und Gerhard Mayerthaler dankte er für das erbrachte ehrenamtliche Engagement. Auch den betreuenden Ärzten und Übungsleitern die in den letzten Jahren nicht mehr aktiv waren, sprach er seinen Dank aus. Ebenso dem Roten-Kreuz-Team, das jeden Übungsabend präsent ist. Mit einem Präsent würdigte Dr. Stieß den ehrenamtlichen Einsatz von Gerhard Mayerthaler. Er ist seit Bestehen der Abteilung Übungsleiter.

TSV-Vorstand Friedhelm Eggemann überbrachte die Glückwünsche des TSV zum 25-jährigen Jubiläum. Er bedankte sich bei allen die dazu beigetragen haben, dass Sport in der Herzsportgruppe Spaß macht. Den Herzsportlern sprach er ein großes Lob aus: „Sie haben erkannt, dass es sich lohnt an der Herzsportgruppe teilzunehmen. Die geschulten Übungsleiter betreiben mit ihnen Bewegungs- und Sporttherapie und somit können sie sich besser in ihrer körperlichen und psychischen Belastbarkeit einschätzen. Auch blicken sie hoffnungsvoller in die Zukunft und gestalten ihr Leben planvoller.

Dr. Klaus Landendinger hielt einen interessanten Vortrag zum Gang nach Emmaus. „Seit vielen Jahren elektrisiert mich am Tag nach der Auferstehungsfeier, am Ostermontag beim Gottesdienstbesuch regelmäßig die Schriftlesung. Ich weiß, dass viele von Ihnen christlich verwurzelt sind und die Stelle kennen vom Gang der beiden Jünger nach Emmaus. „Brannte nicht unser Herz..“ heißt es da gegen Ende des Evangeliums“, so der Internist, der da mitten im Festtagsgottesdienst unweigerlich an eine Angina Pectoris denkt, ein Brennen in der Brustgegend, ausgelöst von einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels.
Es könnte sich also – oberflächlich betrachtet - um eine 2000 Jahre alte Schilderung einer KHK mit belastungsabhängiger und stressinduzierter Minderdurchblutung des Herzmuskels handeln. Aber welchen Stress hatten diese beiden vielleicht 25 – 35 Jahre alten Männer, dass ihnen im wörtlichen oder übertragenen Sinne das Herz brannte bei einer mäßigen Belastung von 75 bis 100 Watt. Zwei verzweifelte Männer machen sich auf den Weg von der Stadt in ein kleines Kaff, nach Emmaus, 11 – 12 km haben sie vor sich, 2-3 Gehstunden.
Dr. Klaus Landendinger weiter: „Sie werden mit Recht einwenden, die Bibel sei kein Lehrbuch der internistischen Erkrankungen, die Textstelle spreche tiefere Schichten an --- einverstanden – obwohl vom Evangelisten Lukas, auf den dieser Text zurückgeht, ziemlich sicher bekannt ist, dass er Arzt war – betrachten wir also die Situation in einem übertragenen Sinn: Zwei verzweifelte Männer machen sich auf den Weg von der Stadt in ein kleines Kaff, nach Emmaus, 11 – 12 km haben sie vor sich, 2-3 Gehstunden. Die Welt ist für sie zusammen gebrochen: Sie sind einem Lehrmeister, einem Guru nachgelaufen, haben einem Ideal ihre bürgerliche Lebensbahn, ihr Familienleben, ihren Beruf, schlichtweg alles einem großen Lebensziel unterworfen--- und mit einem Mal ist jede Hoffnung zerstört, ihr Meister ist hingerichtet, seine Jünger werden verspottet und verachtet. Während sie über ihre Situation lamentieren, gesellt sich ein Fremder zu Ihnen; sie schildern ihm ihre Verzweiflung. Er hört ihnen zu, nimmt Anteil an ihren Sorgen, versucht ihrem Schmerz einen Sinn zu geben, er richtet sie auf und eröffnet ihnen neue Perspektiven für ihr Weiterleben. Erst später erkennen sie, wer ihr Seelsorger gewesen sein könnte, sie sagen zueinander: „brannte nicht unser Herz als er mit uns sprach...“
Hier glaube ich, kann man in dieser Geschichte in einer unglaublich tiefen Schicht die Situation des Herzkranken, Ihre Situation widergespiegelt finden. Ist nicht auch in Ihrem Lebensplan ein Bruch aufgetreten, sind Ihre Pläne nicht zerbrochen, Ihre Projekte im Arbeitsleben, in Familie und Freundeskreis, ihre wirtschaftlichen, finanziellen Planungen. Manche von Ihnen hatten Todesangst, zumindest aber das Gefühl, das bisher gewohnte Leben zu verlieren. Vielleicht haben Sie – wie die beiden Männer in der Emmaus - Geschichte – auch von Irgendjemandem, vielleicht einem Außenstehenden, eine positive Begleitung erfahren, sind Ihnen die Augen für wichtige, fundamentale Erkenntnisse geöffnet worden.
So können Sie Sich vielleicht tatsächlich in den beiden EMMAUS – JÜNGERN wiederfinden.


Bilder von der Jubiläumsfeier:


Zuletzt geändert am: 03.01.2015 um 11:26

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